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Überblick SAP Retail ist ein Warenwirtschaftssystem, das eine wettbewerbsgerechte Sortimentspolitik, variable Absatztechnologien einschließlich entsprechender Betriebstypen sowie Endverwenderorientierte Verteillogistik im Handel mit Konsumgütern unterstützt. Die geschlossene Abbildung der Value Chain, also der Wertschöpfungskette vom Endverbraucher bis hin zum Lieferanten lässt sich so realisieren. Der Waren- und Informationsfluß zwischen den Geschäftspartnern im Waren- und Informationsfluß ist dabei in großem Umfang modellierbar, adaptierbar und optimierbar. Geschäftsprozesse Der Unternehmensprozeßbereich der Warenwirtschaft umfasst die Beschaffung, Lagerung, Verteilung und den Verkauf von Waren. Einzelhandels und Großhandelsszenarien werden unterstützt. Die Planung und Verfolgung der Warenbewegungen innerhalb der gesamten Versorgungskette wird durch ein Warenwirtschaftssystem ermöglicht. Wesentliche warenwirtschaftliche Prozesse sind:
Ein Sortiment ist der Teil des unternehmensweiten Warenangebots, der für einen bestimmten Gültigkeitszeitraum einer Zielgruppe zugeordnet wird. Durch die Zuordnung von Sortimenten zu Betrieben legen Sie fest, welche Sortimente - und somit auch welche Artikel - ein Betrieb einkaufen und verkaufen kann. Der Umfang des Sortiments wird durch Zuordnung von Sortimentsbausteinen festgelegt. Artikel können während der Artikel- oder Sortimentspflege als Ergebnis von Prüfregeln automatisch den Sortimenten zugeordnet werden. Alternativ können Sie Artikel auch manuell zu Sortimentsbausteinen und diese dann wiederum den Sortimenten zuordnen. In beiden Fällen erzeugt das System automatisch Listungskonditionen für jede gültige Kombination von Artikel und Sortiment, die als Basis für spätere betriebswirtschaftliche Prozesse dienen. Eine Mehrfachzuordnung von Sortimenten zu Betrieben ist möglich, wenn das Customizing so eingestellt ist. Einem Kunden können je Vertriebsbereich mehrere Sortimente zugeordnet werden. Speziell für Aktionen werden eigene Sortimentsbausteine benötigt. Sollen bestimmte Artikel vom Verkauf ausgeschlossen werden, so lässt sich dieser Ausschluß durch den Einsatz von Exclusionsbausteinen realisieren. Es gibt Sortimentstypen, die
Verkaufspreiskalkulation Basis für die Verkaufspreisfindung im Handel ist der Einkaufspreis. Über das Verkaufspreiskalkulationsschema erfolgt dann die Verkaufspreisermittlung. IS-Retail bietet im Zusammenhang mit der Verkaufspreisermittlung die Möglichkeit, Preise von Mitwettbewerbern einzutragen und eine Warenkorbanalyse durchzuführen. Die Verkaufspreisermittlung in IS- Retail basiert auf der Konditionstechnik. Auf den Einkaufspreis werden Planaufschläge oder tatsächliche Aufschläge addiert, um so den Verkaufspreis zu ermitteln. Wird mit Planaufschlägen kalkuliert, so ist es möglich, diese Aufschläge je Warengruppe pro Vertriebslinie oder Preisliste zu erfassen. Im Rahmen der Pflege der Verkaufspreiskalkulation werden Artikel und Organisationsebenen selektiert. Für Artikel gibt es dabei folgende Selektionsmöglichkeiten:
ob Kalkulationsbelege erstellt werden, ob bei einer Änderung des Einkaufspreises der Verkaufspreis oder der Aufschlag erhalten bleibt, in welcher Währung die Kalkulation durchgeführt werden soll, mit welchen Umrechnungskurs Fremdwährungen umgerechnet werden sollen. Wenn Betriebe direkt von Lieferanten beliefert werden, wird eine Verkaufspreiskalkulation angewendet, die "Einstufige Kalkulation" genannt wird. Wenn Sie für eine intern belieferte Filiale kalkulieren, nicht aber gleichzeitig auch für das Verteilzentrum (bzw. die Verteilzentren-Vertriebslinie oder die relevante Preisliste) und für das Verteilzentrum kein Verkaufspreis im System vorhanden ist, so wird eine Kalkulation für das Verteilzentrum im Hintergrund generiert. Der dabei ermittelte Abgabepreis wir für die Kalkulation der Filiale verwendet. Diese Verkaufspreiskalkulation wird zweistufig genannt. Im Rahmen der Verkaufspreiskalkulation wird häufig mit Eckpreisen gearbeitet. Funktion der Eckpreise Eckpreise liegen unmittelbar unter einer runden Zahl liegen (z.B. 1,99 EUR). Man geht hierbei davon aus, dass solche Preise eine verkaufsfördernde Wirkung haben. Im Großhandel werden dagegen oft glatte Eckpreise favorisiert. In der Verkaufspreiskalkulation werden Eckpreise als Rundungsziele verwendet. So könnte etwa ein aus Plandaten errechneter Preis von 1,92 EUR auf 1,99 EUR aufgerundet werden. Eckpreise werden durch die Angabe von Eckpreisbereichen in einer Eckpreisgruppe zusammengefasst. In einem zweiten Schritt werden die Eckpreisgruppen einer Organisationsebene/Warengruppe oder einem Artikelhierarchieknoten zugeordnet. In der Eckpreisgruppe wird darüber hinaus eine Rundungsregel festgelegt, die vorgibt, wie der in der Verkaufspreiskalkulation errechnete Preis auf die vorgegebenen Eckpreise eines Eckpreisbereichs gerundet werden soll (z. B. auf- oder abrunden, kaufmännische Rundung). Aktionsabwicklung Unter einer Aktion versteht man im Handel die Festlegungen für eine zeitlich begrenzte Marketingmaßnahme, die zur Erhöhung der Aufmerksamkeit gegenüber dem Unternehmen in seinem Absatzmarkt beitragen soll und in der Regel verkaufsfördernd wirkt. Eine Aktion besteht aus Positionen, die jeweils einen Artikel enthalten, für die geworben werden soll. Zur Unterstützung der Handelsaktion können Produktkataloge eingesetzt werden. Beispiel: Eine Warenhauskette führt eine Aktion zum Thema "Schulanfang" durch. Dabei werden Schreibwaren beim Hersteller zu besonders günstigen Konditionen eingekauft und zu einem reduzierten Preis an die Konsumenten abgegeben. Aktionen haben in IS-Retail unter anderem folgenden Funktionsumfang:
Als Folgeverarbeitung der Aktion kann ein Aufteiler erzeugt werden. Die Aufteilung ist ein Instrument der Zentrale, mit dem die Versorgung der Betriebe (Filialen, Verteilzentren) und Kunden geplant, gesteuert und überwacht werden kann. Ihre Einsatzgebiete sind z.B. die Erstverteilung von Artikeln, Verteilung von Aktionsware, Verteilung von Beständen und die Verteilung von zentral beschaffter Importware. Sie können die Verteilung der Artikel über die in der Aktion zugewiesene Betriebs-/Kundengruppe im Dialog bearbeiten. Sie können jedoch auch eine Aufteilregel verwenden, die entweder feste Mengen oder relative Anteile für jeden Betrieb/Kunde der Betriebs-/Kundengruppe enthält. (Achtung: die Betriebsgruppe, die der Aufteilregel zugeordnet ist, muss eine Obermenge der Betriebsgruppe der Aktion darstellen.) Aufteilregeln können manuell angelegt werden oder auf Basis von Kennzahlen aus dem Informationsssytem oder aus dem Business Information Warehouse (SAP BW) generiert werden. Sie können dazu sowohl Plan- als auch Statistikdaten einsetzen. Sie können dabei auch eigendefinierte Infostrukturen verwenden. Als Folgeverarbeitung des Aufteilers können je nach Geschäftsvorfall (gesteuert durch den Positionstyp) Belege für die Logistik erzeugt werden. Im Falle des Lagerabbaus können Umlagerungsbestellungen oder Auslieferungen generiert werden. Disposition Die Verfügbarkeit der Artikel für Abnehmer (Kunden, Filialen) wird im Handel über die Disposition sichergestellt. Bedarfsmengen sind bedarfsgerecht zu beschaffen. Gewährleistet wird das über folgende Aktivitäten:
![]() Bestellwesen Das Bestellwesen sichert die Warenbeschaffung. Die Warenbeschaffung kann durch folgende Belege und Aktivitäten angestoßen werden:
![]() ![]() ![]() Integration mit anderen Applikationen SAP Retail umfasst die allgemeinen R/3 Bereiche wie Finanzwirtschaft (FI), Controlling (CO) und Personalwirtschaft (HR). Den Kern des Systems bilden die speziell für den Handel entwickelten Retail-Funktionen (IS-R). Durch seine vollständige Integration eröffnet SAP Retail auch das Potential einer verstärkten Kooperation von Handel und Lieferanten. Ein cosourcing in der R/3 Welt ist ohne mühsame Systembrücken möglich. So können gemeinsame Optimierungen versucht, getestet und auch wieder verworfen werden, ohne dass hohe Investitionen mit ungewissem Ausgang zu tätigen sind. Unterstützung handelsspezifischer Anforderungen SAP Retail integriert die wesentlichen Sparten des Handels und verschiedene Logistikstufen, ohne auf bekannte Spezifika der Waren z.B. im Food-, Mode- oder Hartwarenbereich zu verzichten. Retailschalter Durch Setzen des Retail-Schalters lassen sich SAP-Systeme als SAP-Retail-Systeme ausprägen. Nur in diesem Fall lässt sich der volle Funktionsumfang von SAP Retail nutzen. Die Ausprägung Ihres Systems als SAP-Retail-System bewirkt Einschränkungen bei bestimmten Funktionen aus anderen Bereichen. Ursache dafür ist vor allem, dass sich der Artikelstamm in Retail-Systemen von dem Artikelstamm anderer Systeme unterscheidet. Der Retailschalter darf nur dann aktiviert werden, wenn eine Retaillizenz erworben wurde. Unterschiede zwischen Artikeln und Materialien Kern aller Logistikprozesse ist der Artikel im Handel bzw. das Material in der Industrie. Die Anforderungen von Handel und Industrie an die entsprechenden Stammdaten und Pflegemöglichkeiten sind unterschiedlich. Beispielsweise benötigt der Handel Varianten (z.B. Farbe und Größe) zur optimalen Abwicklung von Prozessen im Modebereich, während die Industrie Stücklisten für spezielle Anforderungen im Bereich Produktionsplanung (PP) einsetzt. Wegen der Vielzahl von Artikeln muß im Handel außerdem die Stammdatenpflege in die Abwicklung integriert sein. Um die unterschiedlichen Prozesse in Handel und Industrie optimal unterstützen zu können, bietet das SAP-System unterschiedliche Pflegtransaktionen für Materialien und Artikel. Unterschiede zwischen Werk und Betrieb In SAP Retail Systemen existieren keine Werke. Stattdessen wird die Organisationseinheit Betrieb gebraucht. Es gibt funktionale Abweichungen zwischen Werken und Betrieben. Werke gliedern Unternehmen aus logistischer Sicht und erfüllen dabei funktionale Anforderungen für die Produktion Beschaffung, Instandhaltung und Disposition. Betriebe in IS Retail-Systemen erfüllen keine produktiven Aufgaben. Es werden die zwei Betriebetypen Verteilzentren und Filialen unterschieden. Verteilzentren können sowohl debitorische wie kreditorische Funktionen übernehmen. Deshalb werden jedem Betrieb vom Betriebstyp Verteilzentrum ein Betriebskreditor und ein Betriebsdebitor zugeordnet. Filialen können keine kreditorische Funktionen übernehmen. Deshalb wird jedem Betrieb vom Betriebstyp Filiale ein Betriebsdebitor zugeordnet. SAP und R/3 sind eingetragene Markenzeichen der SAP AG |
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© Carl Evertz 2000 - 2009Letzte Änderung: 07.12.2009 |
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